Öffentliche Vortragsreihe - Public lecture series
Nachts auf der Sternwarte ...

Das Institut für Astrophysik an der Universitätssternwarte bietet ein freies Programm für die Öffentlichkeit am zweiten Freitag eines jeden Monats. "Nachts auf der Sternwarte ..." bietet ein umfangreiches Vortragsprogramm zu wechselnden Themen der Astrophysik. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Besichtigung des größten Linsenteleskops Österreichs und/oder des institutseigenen Astronomie Museums. Die Vorträge sind allgemeinverständlich und für alle zugänglich.
Das Programm beginnt um 18:00 Uhr, Einlass gestattet von 17:30 bis 18:15. Der Eintritt ist frei. Die Anzahl der Besucher ist auf 60 Personen pro Veranstaltung begrenzt. Anmeldung/Reservierung nicht erforderlich! Bitte rechtzeitig vor Ort sein, um einen Sitzplatz zu bekommen.
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The Department of Astrophysics at the University of Vienna offers a free program to the public on the second friday of each month. "Nachts auf der Sternwarte ..." consists of a comprehensive program of lectures on various topics of astrophysics. After the lecture, we offer the opportunity to visit the largest refractor telescope in Austria and/or the astronomy museum at the institute. The lectures are understandable and accessible to all.
The program begins at 18:00, admission from 17:30 to 18:15. Admission is free. No registration or reservation required! Seating is limited to 60 people, please be on time to reserve a seat yourself.
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2013   2014   2015   2016   2017  

Fr. 8. Januar 2016
A Stellar and Planetary Journey Through Space -- Dr. Victoria Antoci (Aarhus University; in englischer Sprache)

At first sight it would seem that the deep interiors of the sun and stars is less accessible to scientific investigation than any other region of the universe. Our telescopes may probe farther and farther into the depths of space; but how can we ever obtain certain knowledge of that which is hidden behind substantial barriers? What appliance can pierce through the outer layers of a star and test the conditions within?' The answer to the the first chapter's opening paragraph of Sir Arthur Eddington's meanwhile legendary astrophysics book `The Internal Constitution of the Stars' (1926), is well known: it is asteroseismology. In this talk I will take the audience through a stellar journey and introduce how we can probe the interiors of stars, some of which are hosting planetary systems. I will introduce techniques we use to study the stellar structure and the planets surrounding them. Finally, I will show a selection of the most interesting and intriguing examples.

Fr. 12. Februar 2016
How to kill a galaxy? -- Dr. Miguel Verdugo (in englischer Sprache)

Galaxies were not born as we see them today. They started as small clumps of dark matter that attracted gas which condensed to form of stars. Giving enough time -billions of years - hundreds of billions of stars will form within the typical galaxy, making them to shine furiously during a time. However, this phase of high activity do not last forever and for different causes galaxies will stop forming stars and will slowly age and dim. In the talk we will discuss the the birth, life and slow death of the galaxies, with emphasis on the different mechanisms involved in the galaxy aging.

Fr. 11. März 2016
Auf der Suche nach der Erde 2.0 mit den Großteleskopen der nächsten Generation -- Dr. Florian Rodler (Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg, Deutschland)

Vor gut 20 Jahren wurde der erste Exoplanet um einen sonnenähnlichen Stern entdeckt. In diesen 20 Jahren hat sich ein komplett neuer Zweig der Astronomie gebildet: die Suche nach Exoplaneten und nach erdähnlichen Planeten. Wir kommen immer näher, um die Antwort auf eine der fundamentalsten und ältesten Fragen der Menschheit zu finden: Sind wir allein im Universum? Gibt es Leben außerhalb der Erde? Demnächst findet eine Revolution in der Astronomie statt - es werden neue Großteleskope gebaut, mit denen wir in den nächsten Jahren mit nie dagewesener Präzision ferne Welten untersuchen werden können. Wir werden die erste Generation an Menschen sein, die Hinweise nach Leben entdecken wird! In seinem Vortrag wird der österreichische Astronom Florian Rodler vom Max-Planck-Institut für Astronomie (Heidelberg) und dem Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (Cambridge, USA) kurz über die Entdeckungsmethoden von Exoplaneten sprechen, dann den derzeitigen Stand der Forschung präsentieren und jene Strategien vorstellen, wie Forscher lebensfreundliche Planeten identifizieren werden und nach Lebenszeichen suchen werden. Der Vortragende untersucht Exoplanetenatmosphären mit Großteleskopen und beschäftigt sich mit der Entwicklung von Methoden, um Atmosphären von erdähnlichen Exoplaneten beobachten zu können.

Fr. 8. April 2016
Die verlorenen Welten: auf der Suche nach habitablen Exomonden -- Dr. Kristina Kislyakova (Institut für Weltraumforschung, Graz)

Schon seit mehreren Jahren stellen sich die Leute die Frage, ob Monde von Exoplaneten auch eine Wiege für extraterrestrisches Leben sein können. Sogar in unserem Sonnensystem gibt es immer noch unzählige unbeantwortete Fragen über die Lebensfreundlichkeit von den kleineren Körpern, den Eis-Monden der Gasplaneten. Was verbirgt die Eisschichte dieser Himmelskörper? Einen großen, aber leblosen Ozean, oder eine blühende Fremdwelt, voll von exotischen Wasserwesen? Gibt es ähnliche Exomonde im Weltall? Gibt es Satelliten, die unserer Erde ähneln, mit einer üppigen Biosphäre und einem stürmischen Meer, das von der Gezeitenkraft eines Gasriesen in ständige Bewegung gesetzt wird? Warum haben wir immer noch keine Exomonde gefunden, obwohl heutzutage schon fast 2000 Exoplaneten entdeckt wurden? Diese und viele andere Fragen über die Habitabilität von Exomonden werden in dem Vortrag besprochen.

Fr. 13. Mai 2016
Classifying the stars -- Dr. Christine Nicholls (in englischer Sprache)

Stars come in many types, with different colours, sizes, and brightnesses. Today, we know what a star's observable properties can tell us about its temperature, composition, and life cycle, but a hundred years ago, relatively little was known about stars. The astronomers of the early 20th century began the enormous task of observing and classifying stars, in an attempt to better understand them. Such empirical science reveals patterns and trends, and the hypotheses and theories that are subsequently formed help science to progress forward. The stellar classification system we use today was developed from the system created by those astronomers a hundred years ago. I will cover the history of stellar classification up to the current system, the different types of stars and their observable properties, and some of the common tools used by astronomers to study stars.

Fr. 17. Juni 2016
Johannes Kepler und die Suche nach der zweiten Erde -- A.Univ.Prof. Dr. Franz Kerschbaum

"... und wenn dort bisher vier Planeten verborgen gewesen seien, was sollte uns daran hindern zu glauben, [...] daß unendlich viele andere Welten existieren!": so schreibt Johannes Kepler in einem Brief an Galileo Galilei kurz nach der Entdeckung der Monde des Jupiter durch den Italiener um den Jahreswechsel 1609\/10. Keplers Weitsicht spiegelt sich eindrucksvoll in den mehr als 1300 Planetensystemen, die uns heute, im Jahr 2016, bekannt sind, wider. Mehr als 2000 Planeten kennen wir mittlerweile, die um andere, fremde Sonnen kreisen, und täglich werden es mehr. Auch diese fernen Planeten gehorchen den vor 400 Jahren gefundenen Keplerschen Gesetzen - doch erst modernste erd- und weltraumgestützte Beobachtungseinrichtungen haben sie für uns erkenn- und studierbar gemacht. Der Vortrag kontrastiert Keplers Sicht zur Frage nachd er Einmaligkeit unseres Sonnensystems bzw. des Lebens im Universum mit dem heutigem Stand der Forschung und benennt Keplers immer noch aktuelle Beiträge dazu.

Fr. 8. Juli 2016
How do young stars blow away their planet-forming disks? -- Dr Carla Baldovin (in englischer Sprache)

Observations show that most young stars are surrounded by accretion disks, the sites in which planets form. Accretion disks evolve very rapidly to finally disappear in a few million years. There are different mechanisms that explain disk dispersal, in this talk I will focus in one of them: the evaporation of the disk by its central star, also known as photoevaporation. This process is driven by the extreme ultraviolet and X-ray emission from the young star, it is currently highly debated which of them is more important. The theory predicting disk photoevaporation was formulated more than a decade ago, but only recently we have obtained observational evidence to confirm it thanks to the Spitzer Space Telescope and to the Very Large Telescope in Chile. I will discuss the impact of disk photoevaporation in the final stages of star formation and in the planet formation process.

Fr. 12. August 2016
Sommerpause -- Summer break

Fr. 9. September 2016
Junge Doppelsterne -- Dr. Rainer Köhler

T Tauri Sterne sind junge Sterne, die noch nicht das sogenannte Hauptreihenstadium erreicht haben, in dem Sterne den größten Teil ihres Lebens verbringen. Benannt wurden sie nach ihrem hellsten Vertreter T Tauri, der - wie der Name schon sagt - im Sternbild Stier zu finden ist. Dort gibt es ein großes Sternentstehungsgebiet mit einigen 100 jungen Sternen. Als man diese Sterne näher untersucht hat, stellte sich heraus, dass viele davon Doppelsterne sind, d.h. sie bestehen aus zwei Sternen, die einander umkreisen. Das ist an sich nicht weiter ungewöhnlich, auch unter den Hauptreihensternen sind mehr als die Hälfte Doppelsterne. Bei den jungen Sternen in Taurus fand man jedoch, dass fast alle Doppelsterne sind. Was aus diesen Doppelsternen während der weiteren Entwicklung der Sterne bis zur Hauptreihe wird, ist immer noch nicht ganz klar. Doppelsterne sind aber auch aus einem anderen Grunden sehr nützlich: Man kann sie verwenden, um Sterne zu "wiegen", also um ihre Masse zu bestimmen. Dafür braucht man allerdings ein großes Teleskop und sehr viel Geduld.

Fr. 14. Oktober 2016
Beobachtungen von Roten Riesen mit ALMA, dem besten sub-Millimeter/Radio-Interferometer der Welt -- Magdalena Brunner, MSc

Astronomen beobachten Licht in vielen unterschiedlichen Wellenängen, von kurzwelliger Röntgen-Strahlung über UV- und Infrarot-Strahlung bis zu den langen Radio-Wellen. Je länger die Wellenlänge ist, bei der man etwas am Himmel beobachten möchte, desto größer müssen die Teleskope dafür sein, um eine hohe Auflösung zu erreichen. Ab einem gewissen Teleskopdurchmesser ist es aber aus finanziellen und bautechnischen Gründen nicht mehr rentabel bzw. möglich, noch größere Teleskope zu bauen. Die mathematisch und technisch herausfordernde Methode der Interferometrie, bei der mehrere Einzelteleskope gleichzeitig benutzt werden, um die Auflösung zu verbessern, ermöglicht es uns auch bei sehr langen Wellenlängen im sub-Millimeter und Radiobereich detaillierte Bilder von Sternen und weit entfernten Galaxien aufzunehmen. In diesem Vortrag werde ich die Methode der sub-Millimeter/Radio-Interferometrie leicht verständlich und übersichtlich präsentieren und das dafür weltbeste Interferometer namens ALMA vorstellen. Die Beobachtungen, die ich präsentieren werde, beschäftigen sich alle mit den Gas- und Staub-Hüllen rund um sterbende, rote Riesensterne, wie auch unsere Sonne in ferner Zukunft einmal einer sein wird.

Fr. 11. November 2016
Wie viel Astronomie steckt in einem Glas Bier -- Dr. Florian Freistetter

Astronomie ist die Wissenschaft der Sterne, Planeten und des ganzen Universums. Sie beschäftigt sich mit fernen Galaxien, dem Urknall, schwarzen Löchern und anderen Dingen, die mit unserem Alltag nichts zu tun haben. Aber die Erde und wir selbst sind Teil des Universums und was dort passiert, betrifft auch uns. Deswegen findet man astronomische Phänomene auch überall in unserem alltäglichen Leben. Man muss die Welt nur auf die richtige Art und Weise betrachten. Dann entdeckt man das Universum überall. Unter anderem auch in einem Glas Bier. Das Bier, das wir am Abend im Wirtshaus trinken, zeigt uns, wie die Erde entstanden ist und erzählt von großen Katastrophen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. Man findet darin den Einfluss riesiger schwarzer Löcher ferner Galaxien und die Folgen von Asteroideneinschlägen. Im Bier steckt das Wissen um die Entstehung von Atomen, das Feuer der Sonne und selbst bei der Suche nach außerirdischen Lebensformen kann es uns behilflich sein. Astronomie ist eben überall - nicht nur im Weltraum!

Fr. 9. Dezember 2016
Das "Auge" der Astronomie -- Prof. Dr. Werner Weiss

Die ersten astronomischen Beobachtungen von denen wir wissen, wurden mit freiem Auge durchgeführt und zum Teil mit mechanischen Visiereinrichtungen unterstützt. Anfang des 17 Jahrhunderts wurde das Fernrohr erfunden und dies löste eine Lawine von Entdeckungen aus. Mit der Erfindung der lichtempfindlichen Emulsionen kam der nächste gewaltige Informationsschub in der Astronomie, mit einem Blick tief in den Weltraum. Noch vor 20 Jahren war das Behandeln der photographischen Aufnahme- und Auswertetechnik Standard in Vorlesungen und Übungen zur astronomischen Beobachtungspraxis, aber heute weiss wohl kein Student mehr wofür eine Dunkelkammer erforderlich war. Jetzt sind lichtelektrische Halbleiterdetektoren Stand der Technik und jedes Handy hat ein CCD eingebaut. Darüber hinaus erreicht das "Auge" noch Spektralbereiche weitab des für Menschen sichtbaren Lichts. Astronomische Beobachtungen reichen vom Röntgen- und Gammastrahlenbereich bis zu mm-Radiowellen und darüber hinaus. Was wird das Nächste sein?


Organizers: Dr. Ines Brott Furrer, Mag. Magdalena Brunner, Dr. Oliver Czoske, Dr. Colin Johnstone, Dr. Rainer Köhler, Dipl.-Ing. Markus Levonyak, Dr. Christine Nicholls, DDr. Thomas Posch, Dr. Theresa Rank-Lüftinger, Stefan Wallner BSc
Last updated: 21.10.2016